Ein Leben mit Kaltblütern auf dem Windberghof in St. Blasien 

Wenn Donar sich ins Zeug legt...

 

...und Pferdeschweiß die Luft erfüllt, durchströmt Holger Albrecht tiefe Befriedigung. Zwischen ihm und seinen

Pferden ist mehr als nur der Zweck - sie sind ein Team. Neben Donar leben noch Max, Lukas und Wassily auf dem Hof. Allesamt stramme Luxemburger Ardenner. Pferdestärken, die Lasten ziehen - und das Herz bewegen.

 

Auf dem alten Hof im Windbergtal, den man nur über Forstwege von St. Blasien aus erreichen kann, ticken die Uhren anders oder besser gesagt, erfährt man landwirtschaftliches Leben etwas anders, als man es kennt. Holger und Martina Albrecht haben für sich das einfache Leben mit ehrlicher Arbeit gesucht und zielstrebig darauf hingearbeitet. Hier im Windbergtal, weitab von Verkehr und geschäftigem Treiben, haben sie 2003 ihre Hofstelle gefunden. In einem Tal, das seinem Namensteil "Wind" wohl alle Ehre macht. Erwähnung findet der Hof bereits im 16. Jahrhundert. Er gehörte zum Klosterbesitz St. Blasien, bis er 1806 in Staatsbesitz überging.

Heute vereint der große Eindachhof den Wohn- und Ökonomieteil der ökologischen Vollerwerbslandwirtschaft, deren Hauptstandbein die Produktion von Käse und Quark ist. Zusätzlich gibt es saisonal Ziegen- oder Rindfleisch sowie Wurstwaren. Für die Milch sorgen 38 Bunte Deutsche Edelziegen und vier Vorderwälderkühe. Hinzu kommen ein Ziegenbock, eine Herde Jungziegen, Vorderwälderrinder und eben - die Kaltblutpferde. Sie alle sind im Sommer Tag und Nacht auf der Weide und beweiden die zum Hof gehörenden Flächen. Für die Hofarbeit setzt der Agraringenieur, soweit es irgend geht, seine Ardenner ein, denn - kaum vorstellbar - er kann Traktoren nichts abgewinnen! Für schwere Arbeiten steht allerdings ein alter Eicher Baujahr 78 parat - es geht halt doch nicht ganz ohne.

Die Geschichte, warum für Holger Albrecht die Arbeit mit dem Kaltblut ganz vorne steht, nimmt ihren Anfang mit der Aufzucht eines kleinen Stierkalbs. Im Alter um die zwanzig zieht es ihn, der schon eine Lehre als Industriekaufmann hinter sich hat, in die Landwirtschaft. Er macht auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur und jobbt nebenher auf Höfen. Die Arbeit gefällt ihm und ganz besonders ein Stierkalb, das er behalten und großziehen darf. Was ihn besonders reizt, ist die Zugarbeit mit Tieren. Und so kniet er sich, ganz Autodidakt, in die Ausbildung des heranwachsenden....